Briefe ohne Worte
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    Ludwig van Beethoven
     „An die ferne Geliebte“

    Robert Schumann
     „Fantasiestücke“ op.12 ( Auswahl)

    Felix Mendelssohn-Bartholdy
    Lieder ohne Worte (Auswahl)

    Sergej Rachmaninov
    Vocalise

    Ihor Schamo
     „Bilder russischer Maler“


Ludwig van Beethoven schrieb seinen Liederzyklus „An die ferne Geliebte“ im April 1816, also etwa 100 Jahre zuvor, ebenfalls zu einem traurigen Anlass im Auftrag für seinen langjährigen Gönner, den böhmischen Fürsten Franz Joseph von Lobkowitz, dessen geliebte Gattin am 24. Januar 1816 überraschend gestorben war. Ein adliger Freund schreibt dazu in sein Tagebuch: „Der Fürst befand sich in den folgenden Tagen in einem schräcklichen Zustande ganz wie vernichtet“ und Lobkowitz überlebte seine Frau dann auch nur um etwas mehr als 10 Monate und verstarb noch im gleichen Jahr. Franz Liszt transkribierte diesen ersten Liederzyklus Beethovens dann während seiner Weimarer Zeit um 1850 für das Klavier. Eine der wohl bemerkenswertesten Eigenschaften der Musik besteht darin, dass sie ganz ohne Worte so viel zu sagen vermag. Dies gilt in besonderem Maße für Robert Schumann, der Clara seine Gedanken mitzuteilen pflegte, indem er ihr auf dem Klavier vorspielte. Ihr Vater hatte ihnen den Briefkontakt untersagt und so war die Musik oft ihre einzige Möglichkeit, einander nah zu sein.

Der Klavierzyklus Fantasiestücke besteht aus acht Stücken, ein jedes davon eine lyrische Perle. Künstlerisch will der Zyklus Fantasiestücke die innerliche Lebenswelt des Menschen erschließen, die Welt seiner Gefühle, die Erlebniswelt des romantischen Helden.

Die gleiche lyrische Stimmung zeichnet auch Mendelssohns Lieder ohne Worte aus: Dem Lied entlehnt der Komponist dabei die Fähigkeit, jede Lebensregung unmittelbar wiederzugeben, indem es die Ausdruckskraft der menschlichen Stimme auf eine ganz neue Ebene hebt. In diesen Miniaturen, die das Siegel des Künstlerischen und Edlen tragen, eröffnet sich die seelische Welt Mendelssohns als eines Lyrikers und Poeten. Ganz ähnliche Aufgaben sah auch Rachmaninov in seiner Vocalise. „Wozu sind die Worte,wenn Sie doch fähig sind, alles besser und viel mehr mit Ihrer Stimme und durch Ihre Interpretation auszudrücken, als jedermann dies mit Worten täte?“ schrieb er in einem Brief...

Der ukrainische Lyriker des 20. Jahrhunderts Ihor Schamo malt in seinem Zyklus „Bilder russischer Maler“ wunderschöne Gemälde und ist auf den Spuren von M.Mussorgsky.